Im Augenblick sieht es so aus, als würde jemand versuchen, meine Seite wieder einmal zu hacken. Wer auch immer und warum auch immer. Sollten also hier in den nächsten Tagen einmal komische und unsinnige Posts von “mir” erscheinen, bitte ignoriert sie einfach.
Ein Test
Ich bin gerade dabei, unsere neue Website anzudenken. Darum will ich hier nur einmal testen, wie gut sich über eine andere Seite Audio-Files einbinden lassen. Darum dieser Link.
Und hier noch einmal das Gleiche eingebettet:
Pferdefleisch – ein Nachruf
Eins weiß ich: wenn mir demnächst mal wieder ein Hesse zuruft: „Esse‘ is‘ pferdisch“, dann werde ich vorsichtiger sein. Wir erleben gerade den größten Fleischskandal des Jahres. Gut, es ist Februar und damit haben wir noch ein wenig Luft nach hinten und trotzdem landen Fertigprodukte (endlich) gerade auf den hinteren Plätzen auf der Konsumliga oder in der Tonne. Man weiß ja nie.
Kurz bevor der große Aufschrei langsam verebbt, möchte ich noch mal ein paar kurze Gedanken in die Runde streuen.
Erst einmal etwas Positives: Pferdefleisch ist kein Gammelfleisch. Ja, auch mir ist klar, dass ein Pferd viel süßer guckt und viel schöner aussieht, als ein Rind, das den ganzen Tag gelangweilt auf der Weide steht und langsam ins Gras beißt. Jedenfalls, wenn es mit der Haltung gut läuft. Ansonsten steht es meistens Schulter an Schulter neben seinen Kumpels im Stall, frisst, was die Edelstahlwanne so hergibt und hofft auf ein baldiges Ende und ein besseres Leben im Rinderhimmel, während das Pferd fröhlich auf der Weide herum galoppiert.
Hinzu kommt, dass Black Beauty, Fury und Mister Ed die Helden unserer Kindheit sind und wir es deswegen nicht zulassen können, dass jemandem aus ihrer Familie auch nur ein Haar gekrümmt wird.”Barnie, das fette Rind” hat nie den Heldenstatus erreicht. Trotzdem haben Rinder und Pferde einigest gemeinsam, zum Beispiel: Ihr Fleisch ist essbar und das Aussehen nicht zu unterscheiden (ich meine das vom Fleisch). Alles weitere findet in unseren Köpfen statt.
Natürlich bleibt der Betrug mit dem Pferdefleisch eine Sauerei. Wenn ich auf der Zutatenliste „Rind“ lese, dann will ich auch, dass da nur Rind drin ist, aber eine Frage sollten wir uns einmal stellen: Wo kommen die vielen Pferde eigentlich plötzlich her? Und warum landen DIE plötzlich in der Suppe und nicht wie wir es gewohnt sind, das gute alte Rindvieh?
An dieser Stelle kann es uns passieren, dass der Schuss zwar nicht nach hinten los geht, uns aber im Rücken trifft. Habt ihr euch einmal gefragt, warum die vielen Ponyhöfe in Österreich, Italien und vermutlich auch in vielen anderen Ländern Europas Jahr für Jahr süße, unschuldige Fohlen zum Streicheln und Liebhaben auf die Weide stellen können, ohne dass sich die Herde nach 5 Jahren verdreifacht hat? Woher die hübschen jungen Pferde im Streichelzoo kommen, ahnen die Meisten von uns, aber wo bleiben sie, wenn die Saison vorbei ist?
Nun träumt vermutlich kein Fohlen davon, dass es einmal Lasagne werden will, wenn es groß ist, aber genau das passiert – und machen wir uns nichts vor, das nicht erst seit ein paar Wochen. Es wird nicht mehr gebraucht und muss für ein jüngeres Platz machen. Ich weiß, das klingt ein wenig nach Werbe- oder Modebranche. Solange wir das aber mitmachen und einfordern, dass der Urlaub auf dem Ponyhof einen bestimmten Pferdestandart erfüllen muss, wird sich auch daran nicht viel ändern, ausser dass demnächst ein paar Schlachtbetriebe entweder dicht machen oder effektiver (weniger Angestellte, die weniger verdienen, aber dafür schneller) arbeiten müssen, weil Pferd gerade nicht so gut geht.
Der letzte Weg
Den letzten Weg, den ich gehe, werde ich wieder alleine gehen,
aber dort, wo ich ankomme, werde ich nicht einsam sein.
Nein, ich werde wieder mit denen vereint sein, die ich hier so sehr vermisse, mit meinen Brüdern und Schwestern.
Vor allem mit dem Einen, der sein Leben für mich gab, damit ich lebe.Ich werde endlich zu Hause sein.
Pause
Ich habe in den letzten Wochen immer mal wieder die Frage gestellt bekommen, warum ich nicht mehr regelmäßig blogge. Darum hier ein paar Sätze dazu: Ich schreibe im Augenblick (endlich!) an meiner MA-Arbeit, in der es um die Frage geht, wie Gemeinden im ländlichen Gebiet neu belebt werden können. Dabei lerne ich unglaublich viel. Es ist für mich sehr spannend noch einmal neu zu verstehen, wie Gemeinden ticken und warum Konzepte, die woanders wie eine Bombe einschlagen, schon ein Dorf weiter gar nichts bringen. Es fasziniert mich, System- und Organisationstheorien zu lesen, weil sie mir helfen, hier ganz neue Wege zu entdecken und mich von schnellen, pauschalen Antworten befreien. Das macht einfach nur Spaß, ABER: das gehört nicht hier hin, sondern in die Arbeit. Darum schreibe ich hier so wenig. Ich hoffe. Ende des Jahres wird das wieder anders.
Orpheus, Christus und die Lyra
Darf ich ein wenig ausholen? Ein paar hundert Jahre? Es geht in die griechische Mytholgie. Orpheus ist verliebt. In Eurydike. Das Blöde an der Geschichte: Die Gute stirbt durch einen Schlangenbiss und muss in die Unterwelt. Orpheus ist aber richtig verliebt und entschließt sich zu einem Höllentripp, um seine Traumfrau zurück ins Leben zu holen oder um mit ihr zusammen für immer dort zu bleiben. Er packt seine Lyra ein und macht sich auf den Weg.
Als erstes begegnet er Zerberus, so einer Art antiker Türsteher, der darauf aufpasst, dass wirklich nur die Toten rein kommen. Wer schon mal morgens um 3 in Hamburg auf der Reeperbahn unterwegs war, weiß, was ich meine. Orpheus kommt rein, weil er wohl ziemlich gut Lyra spielen kann und damit den Muskelmann beeindruckt. Und auch Charon, der Typ, der die Toten über den Fluss setzt, ist von dem Geklampfe so beeindruckt, dass er ihn mitnimmt.
So jazzt sich der alte Grieche durch die Hölle und kommt schließlich bei Hardes und Persephone an, die über das Zentrum der Finsternis herrschen. Er erzählt ihnen von seiner Liebe zu Eurydike und rührt die Jungs damit zu Tränen. Schließlich geben sie ihr Okay, dass Orpheus seine Geliebte wieder mit einpacken kann. Na ja, nicht ganz. Sie muss die ganze Zeit hinter ihm herlaufen und er darf sich nicht nach ihr umsehen. Das geht einige Zeit gut, aber da Eurydike noch ein totes Schattenwesen ist und wie wir alle wissen, darum auch keinen Lärm macht, bekommt er Panik, ob sie überhaupt noch hinter ihm ist (was sie die ganze Zeit ist) und dreht sich nach ihr um. Ende.

Das erste Bild zeigt Orpheus, mit phrygischer Mütze und der Lyra in der Hand. Das zweite Bild sieht fast genauso aus, zeigt aber nicht Orpheus. Wir sehen hier ein Christus-Bild aus Rom aus dem 2. Jhr. n. Chr..

Offensichtlich waren die ersten Christen davon überzeugt, dass die Orpheus-Geschichte ein gutes Bild dafür ist, was Jesus für uns getan hat. Er hat den Himmel verlassen und hat sich zu uns auf die Erde gemacht. Es gibt eine Textstelle im NT, die ziegt, dass er nach seiner Kreuzigung sogar noch einen Schritt weitergegangen ist, um auch den Menschen in der Hölle zu begegnen. Und auch die Liebe hat ihn angetrieben. Die Liebe zu uns und sein Wunsch, für immer mit uns zusammen zu sein.
Nach Ansicht von Clemens, einem Kirchenvater aus dem 2. Jahrhundert, ist auf dem Bild auch die Kirche zu sehen. Und zwar symbolisch als Lyra. Für mich ist das ein unglaublich schönes Bild.
Demnach besteht der Auftrag der Kirche darin, an den dunklen Orten eine Melodie zu spielen, die andere Menschen bewegt und verändert. Wir sollen nicht bloß problematisieren. Wir sollen nicht mit leeren Worthülsen, die keiner mehr hören kann und die trotzdem sooft und so brutal abgefeuert werden, Menschen zu Tode langweilen. Wir sollen die Melodie spielen, die Jesus auf uns spielt. Seine Botschaft, seine Liebe, sein Licht. Wir sollen Menschen mit unserer Melodie begeistern und anstecken.
Wir müssen Weihnachten nicht darüber reden, dass wir uns als Mitmenschen mehr im Blick behalten sollen und dass Krieg nicht gut ist. Das wissen wir alle. Wir können bei dem Kind in der Krippe bleiben und darüber reden, wie es die Welt verändert hat und verändern wird.
Und es geht nicht in erster Linie um uns. Christus ist die tragende Kraft, er ist derjenige, der rettet, wir begleiten ihn nur, wir werden von ihm nur getragen, dorthin, wo er sein will. Darum sollte auch immer das, was wie “spielen” auf ihn hinweisen.
Selbst wenn wir kaputt gingen, scheitert seine Rettungsaktion noch lange nicht. Wir sind nur ein Instrument. Er ist immer größer.
Zum letzten Mal. Weltuntergang
Versprochen, ich werde jetzt (vielleicht) zum letzten Mal etwas zum Thema Weltuntergang und den Mayas schreiben. Und ja, mich nervt das Thema auch so langsam. Heute Abend werden wir alle zufrieden in unseren Betten liegen, dem Wecker beim Datumssprung zusehen und denken: “Ich hab’s doch gleich gewusst. Es wird nichts passieren.”
Aber mal unter uns. Was denkst du wirklich? Das würde mich mal wirklich interessieren. Lässt dich das Thema komplett kalt oder liest du heute doch mal öfter online Nachrichten, nur um sicher zu sein, dass noch alles in Ordnung ist?
Ich habe eine Umfrage mit nur einer Frage eingerichtet. Du findest sie hier. Was denkst du wirklich? Versprochen, das Ergebnis veröffentliche ich dann auch hier.
Ich brauche keine Erweckung
Ich gehöre zu den Leuten, die sich seit einigen Jahren die Frage stellen, wie Kirche in Zukunft aussehen kann. Gleichzeitig frage ich mich, wie wir bestehende Gemeinden auf dem Land mit neuem Leben füllen können. Richtig, das sind erst einmal zwei verschiedene Fragen. Sie haben aber eine Menge gemeinsam.
Zum Beispiel die Frage:
Wie schaffen wir es, die ganzen guten Ideen auch umzusetzen?
An dieser Stelle höre ich oft eine Antwort, die in etwa so klingt: „Wir brauchen nicht nur gute Konzepte, sondern vor allem Christen, die bereit sind, auch diese Konzepte umzusetzen. Dazu müssen Christen neu Feuer fangen für die Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Wir brauchen also eine Erweckung in unseren Gemeinden. Eine neue Kirche muss von innen nach außen wachsen.“
Das hört sich richtig an.
Das hört sich sehr geistlich an.
Hier nicken alle gerne.
Ich hab es trotzdem einmal hinterfragt.
Zwei Gedanken dazu:
- Ich staune darüber, was Menschen tun können und wie sehr sie sich aufopfern. Ganz gleich, ob es um den Syrer geht, der gerade für einen politischen Umbruch in seinem Land kämpft und dafür bereit ist, sein Leben und seinen ganzen Besitz aufs Spiel zu setzen. Oder auch der Marathonläufer beim Irionmen, der bereit ist, die Schmerzgrenze hinter sich zu lassen und stundenlang durch die sengende Hitze läuft. Diese Menschen wurden dazu vermutlich nicht vom Geist Gottes inspiriert, aber sie tragen eine unglaubliche Motivation in sich. Muss ich wirklich eine Erweckung abwarten, um bereit zu sein, die Grenzen meiner eigenen Bequemlichkeit zu überwinden? Ich denke nicht.
- Wenn ich sage, dass wir erst eine Erweckung brauchen, dann unterstelle ich nahezu jedem Christen (bis auf denen, die gerade die richtigen Bücher lesen), dass sie schlafen, geistlich durchhängen und selbstgenügsam vor sich hinleben. So eine Unterstellung stet auf sehr wackeligen Beinen.
Mein Wahrnehmung ist die, dass es Christen in unseren Gemeinden gibt, die wirklich brennen, die eine unglaubliche Sehnsucht danach haben, dass sich noch einmal in ihrer Nachbarschaft etwas tut, dass Menschen um die herum neu begreifen, wie sehr Gott sie liebt und dass die Kirche tatsächlich die Hoffnung der Welt ist.
Dann gibt es diejenigen, die leicht zu begeistern sind, die gute Impulse brauchen, um angesteckt zu werden. Sonst wären Seminare mit Michael Frost oder Willowcreek-Tagungen nicht so erfolgreich. Hier bricht auch keine Erweckung aus, sondern hier begeistern die richtigen Menschen die richtigen Zuhörern mit den richtigen Worten.
Dann gibt es die Ängstlichen, die die Schweißausbrüche bekommen, wenn sie das Wort Veränderung hören. Sie haben oft das Herz an der richtigen Stelle, aber sie bekommen Lähmungserscheinungen, wenn sie über ihren eigenen Schatten springen sollen.
Dann gibt es die Betonköpfe. Diejenigen, die im Gemeindevorstand nur deswegen sitzen, um darauf zu achten, dass sich auch nichts ändert. Die Bremser, die grundsätzlich gegen alles sind und die kein Problem damit haben, dass Menschen um sie herum geistlich verrotten, solange es ihnen gut geht, die Bibelstunde stattfindet und der Gottesdienst am Sonntag so wie immer verläuft und die mitzählen, wie oft Jesus in einer Predigt erwähnt wird. Alles andere interessiert sie nicht.
Und dann gibt es die vielen anderen, die irgendwo dazwischen sind und die einen oder mehrere Typen in sich vereinen oder die noch einmal ganz anders sind. Kurz: Es gibt nicht DIE Christen und viele Christen sind motiviert und bereit, etwas zu bewegen, wenn wir es schaffen, den Funken überspringen zu lassen, auch ganz ohne Erweckung.
Nun habe ich wirklich nichts gegen Erweckung und ich wäre Gott unendlich dankbar, wenn er sie uns schenken würde.
Aber hat Jesus gesagt:
„Wartet die Erweckung ab und dann läuft es schon irgendwie“ oder waren seine Worte: „Geht hin in die ganze Welt … “?
Zum Schluss ein paar Thesen, die vielleicht dabei helfen, Menschen aus unseren Gemeinden für eine neue Form von Kirche oder für eine Neubelebung ihrer Gemeinde zu gewinnen:
- Wir müssen aufhören, den Lauten die Macht in der Gemeinde zu überlassen. Oft sind es gerade die, die schon aus Prinzip bremsen, die mit Austritt drohen, wenn wir wagen, etwas zu verändern. Als Leiter ist es nicht in erster Linie unsere Aufgabe, neue Freunde in der Gemeinde zu finden. Wir müssen es nicht allen recht machen. Wir sollen den Menschen dienen, wir sollen sie lieben, aber wir gehören ihnen nicht und unsere Zukunft hängt nicht von ihrem Wohlwollen ab, sondern liegt in den Händen Gottes. Darum sollten wir nicht fragen: „Was muss ich tun, damit alle glücklich sind, sondern: „Wie sieht Gottes Plan mit uns aus und wie kann ich möglichst viele dafür gewinnen und begeistern?“
- Ziele und Visionen sollten gemeinsam entwickelt werden. Wir sollten den Gedanken sehr ernst nehmen, dass wir alle Priester sind und nicht nur die Hauptamtlichen. Und ein Körper bewegt sich nur dann, wenn viele Muskeln, viele Nerven und das Gehirn eng zusammenarbeiten. Was ich selbst entwerfen darf, werde ich mit einer ganz anderen Begeisterung umsetzen, als einen Plan, den man mir vorlegt und dann sagt: „Mach mal“ Auch wenn es in unseren Gemeinden Leiter geben muss, so ist die einzige Hierarchie, die mir einfällt, die zwischen uns allen und Gott als König.
- Ängste und Zweifel dürfen keine Tabu-Themen sein. Ich bin immer noch ein „guter Christ“, wenn ich Panik davor habe, dass sich meine Gemeinde und meine Gewohnheiten verändern könnten. Ich darf Angst davor haben, mich Menschen zu öffnen, vor denen ich Angst habe und ich darf daran zweifeln, ob es richtig ist, den normalen Gottesdienst nur noch einmal im Monat zu feiern und an den übrigen Sonntagen auf dem Sportplatz im Dorf zu sitzen, mitzugröhlen und Bier zu trinken. Ich darf verlangen, dass mir so ein Schritt sauber begründet wird.
- Als Leiter sollten wir (vielleicht neu lernen) mit Worten Bilder (zu) malen, statt Fakten zu präsentieren. Oft reduzieren wir unsere Reden darauf, biblische Wahrheiten aneinanderzureihen, um dann eine Liste herumzugeben, auf die man dann seinen Namen schreiben soll. Leiter, es ist unser Job, Menschen zu motivieren. Bleiben wir kurz bei Jobs. Steve Jobs hat es geschafft, Menschen für vollgestopfte Elektrogeräte zu begeistern. Wie lange werden sie halten? 5 Jahre? 10 Jahre? Wir haben eine Botschaft, die deutlich besser ist, als das iPhone und die auch viel länger hält. Wir haben mehr zu sagen, als Jobs jemals zu sagen hatte. Darum macht es Sinn, dass wir auch hart daran arbeiten, wie wir es sagen.
Eine Bitte
Meine Gemeinde beteiligt sich gerade an der Aktion der ING DiBa, in der die Bank diejenigen Vereine mit € 1.000,- fördert, die am meisten Unterstützer sammeln.
Darf ich euch bitten, uns hier zu helfen, ganz weit vorne zu landen?
Dazu müsst ihr nur auf diese Seite gehen, euch per SMS drei Codes zu schicken lassen, sie nacheinander eintragen und jeweils bestätigen.
Euch kostet das vielleicht nur eine Minute Arbeit. Uns hilft es sehr in unserer Arbeit. Klasse wäre es auch, wenn ihr diesen Beitrag mit anderen teilt.
Gott: Ja! Kirche: Nein!
Heute morgen habe ich bei FB einen Satz gepostet, den ich ein paar Minuten vorher im Bus gehört habe. Zwei Frauen unterhalten sich und ein Satz klingt für mich wie fett gedruckt: “Weißt du, ich bin atheistisch aufgewachsen und finde die Kirche total bescheuert, aber ich merke, wie sehr ich Gott brauche.”
Ich habe auch geschrieben, dass mich solche Sätze immer sehr nachdenklich machen und das tat dieser eben auch. Leider kam ich nicht dazu, ein paar Stunden gemütlich am Strand darüber nachzusinnen, aber zwischendurch drängten sich die Worte dieser Frau in meinen Alltag hinein. Ich könnte es mir leicht machen und den Satz der Frau einfach unter der Rubrik „typisch postmoderne Institutionskritik“ abheften. Nein, damit wäre das Problem selber nicht gelöst, aber so verallgemeinert, dass es einem Theologen, der seine Kirche liebt, weniger weh tut. Will ich aber nicht und um hier einmal meinen Zahnarzt zu zitieren: „Manchmal muss es eben ordentlich weh tun, wenn man Heilung will.“
Hier mal ganz schemenhaft, das, was mir heute alles durch den Kopf gegangen ist, wenn ich über den Satz der Frau im Bus nachgedacht habe:
Erst einmal ist es ja wirklich erstaunlich, dass Gott seine Kirche offensichtlich Menschen anvertraut, die nicht nur theoretisch eine Menge kaputt machen können, sondern es auch tatsächlich tun. Stell dir vor, jemand kommt zu dir und sagt: „Ich habe gestern meinen Wagen geschrottet. Komisch, so was passiert mir ständig. Erst letzte Woche habe ich den Golf von meiner Schwester unter einen LKW gesetzt – total Schrott das Ding. Sag mal, was ich eigentlich fragen wollte: Kann ich übers Wochenende dein Auto haben? Ich will mit ein paar Freunden ein wenig feiern gehen.“ Hand hoch, wer von euch würde sagen: „Klar, ich hole eben die Schlüssel?“ Gott scheint uns ständig die Autoschlüssel in die Hand zu drücken und uns machen zu lassen. Entweder ist er sehr naiv oder er ist tatsächlich hemmungslos in uns verliebt. Alles andere macht für mich wenig Sinn.
Dann finde ich es traurig, wie Kirche wahrgenommen wird. Es stimmt, es gab und gibt Dinge in und an der Kirche, wo auch ich gar nicht laut genug schreien kann. Und doch sind da auch so viele Dinge, die einfach nur atemberaubend. Es gibt unendlich viele Berichte über Menschen, die durch Kirche zum ersten Mal erlebt haben, wie es ist, wirklich angenommen und geliebt zu werden. Kirche ist für andere der Ort geworden, an dem Erlösung und Vergebung nicht bloß Worthülsen, sondern ein Lebensgefühl wurde. Kirche bewegt etwas, sie prägt ihre Umgebung an unendlich viele Orten positiv. Ich war vor ein paar Wochen in Thailand und habe erlebt, dass sich Compassion, eine christliche Organisation, allein in diesem Land um rund 35.000 arme Kinder kümmert und ihnen eine Zukunft ermöglicht. Menschen kommen in einen Gottesdienst, kommen immer wieder, stellen ihre Fragen und begreifen nach und nach, dass es Gott wirklich gibt und sie mit ihm eine persönliche Beziehung haben können.
Woran liegt es, dass solche Dinge scheinbar nicht gesehen werden, während der Skandal um einen Priester, der Kinder sexuell missbraucht, dafür sorgt, dass Tausende ihre Mitgliedschaft kündigen und sie angewiedert von der Kirche abwenden? Bitte versteht mich richtig: jeder Missbrauch ist schlimm und ich das auch nicht relativieren, aber lasst uns auch einmal über die anderen, guten Dinge reden, die wirklich gut sind und die es ohne Kirche nicht geben würde.
Es ist so wichtig, dass wir miteinander reden. Und zwar diejenigen, die tief frustriert sind von der Kirche mit denen, die von ihrer Kirche begeistert sind. Und mit Reden meine ich vor allem: zuhören. Hiermit lade ich jeden, der von Kirche nichts mehr wissen, will, weil sie ihn tief verletzt hat auf einen Kaffee ein. Ich zahle.
Wir sollten auch reden, wie eine Kirche für die aussehen müsste, die eine unglaubliche Sehnsucht nach Gott haben und gleichzeitig in den gängigen Modellen von Kirche Hautausschlag bekommen.
Nennen wir es nicht Kirche, sondern Gemeinschaft derer, die auf dem Weg sind oder wie auch immer. Nur motzen bringt uns auch nicht weiter. Lasst uns träumen und Pläne machen. Lasst uns von einer Kirche träumen, die vielleicht ganz anders ist und in der es leicht ist, Gott immer besser kennen zu lernen.
