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Martin, kleine Monster und mein Warten auf morgen

Während ich still für mich allein den Reformationstag feiere, tobt bei uns im Dorf gerade Halloween. Na ja, toben ist vielleicht der falsche Begriff. Im Abstand von ca. 5 bis 10 Minuten klingelt es bei uns an der Tür und irgendwelche fast grausig verkleidete Kids stehen auf unserer Treppe, nehmen ihren ganzen Mut zusammen, stammeln: „Süßes oder Saures“ und bedanken sich schließlich für die Bonbons, die sie bekommen, wünschen uns noch einen schönen Abend und ziehen glücklich weiter. Echte Monster und Gespenster eben.
Egal, ich freu’ mich jedenfalls riesig auf morgen. Um 10.00 Uhr werden wir einen Gottesdienst feiern, zu dem wir vor allem Studenten der Uni Marburg eingeladen haben. 5000 Flyer wechselten in der letzten Woche den Besitzer, die großen Studentenwohnheime wurden von unseren Leuten heimgesucht, um gerade die einzuladen, die neu in Marburg sind und ein paar Zeitungen haben einen Bericht über diesen Gottesdienst gebracht. Ich bin so gespannt, wie viele Studenten nun wirklich kommen. Es lohnt sich auf jeden Fall: Vor dem Gottesdienst gibt es ein paar Probierstände (falls das mit dem Frühstück nicht geklappt hat, dann gibt es einen wirklich guten Gottesdienst und anschließend bekommt jeder Student eine tolle Tasse (nie wieder Kaffee aus der gespülten Konservendose), ein wertvolles Couponheft und eine Einladung zum Mittagessen in der Cafeteria.

Am Nachmittag sind wir dann wieder im Sudhaus am Start. Auch diesmal machen wir es etwas anders als sonst. Alles wird sich darum drehen, dass die Leute an den Tischen zusammen sitzen und sich Fragen überlegen, die sie sich stellen, wenn sie über Gott, Glaube und Kirche nachdenken. Matze, Anna, vielleicht noch ein paar andere und ich werden dann versuchen, diese Fragen zu beantworten, Rückfragen zu stellen und irgendwie weiter zu kommen. Drumherum gibt es viel Musik, unsere Sudhaussagen als Einstieg und eine chillige Atmosphäre. Hört sich irgendwie cool an oder? Ich bin gespannt, wie ich in 26 Stunden darüber denke.

18:22 Uhr. Seid fast 10 Minuten hat hier niemand mehr geklingelt. Klar, es ist Abendbrotzeit, dann geht es ab in die Wanne und der Sandmann steht auch schon vor der Tür.

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